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Bürgermeister

Bürgermeister von dem einst königlichen, heute dem Kreisstadt Louny (1787 – 2001)


Die Verwaltung der Stadt wurde derzeit von den ernannten Stadtbürgern  (Stadtrat) und dem Bürgermeister, d.h. dem königlichen bzw. kaiserlichen Beamten mit den Gerichtskompetenzen ausgeübt. Die Mitglieder des Stadtrates (die Schöffen , aus dem Lateinischen consules) wurden von dem königlichen Unterkammerdiener oder von ihm beaftragten Beamten regelmäßig ernannt. Diese sog. Erneuerung des Stadtrates gab es jedes Jahr und die gewöhnlich 12 Schöffen leiteten wechselweise einen Monat lang den Stadtrat. Der in der Reihe erste Schöffe nach der Erneuerung des Stadtrates wurde Primas genannt, der Bürgermeister-Titel wurde später auf den gerade amtierenden Stadtratmitglied übertragen(der tschechische Name „purkmistr“ ist eine Übertragung aus dem Deutschen). Außerdem wurden auch die sog. Älteren (auch Greise oder  Räpresentanten genannt), die die Bewohner von Louny direkt zu vertreten hatten.
 
Während der Schultheiß (auf Tschechisch  „rychtář“ aus dem Deutschen „Richter“) mit Hilfe des Rates für die Rechtordnung sorgte,  waren der Stadtrat mit dem Primas an der Spitze und die Älteren für die Wirtschaft der Gemeinde verantwortlich. Diese Verwaltungsform galt mit kleinen Änderungen bis zum Ende des ersten Viertels des 18. Jahrhunderts, als sie im Rahmen der Reformen des Kaisers Joseph II. durch das neue System der Gemeindeselbstverwaltung ersetzt wurde.
 
In Folge dessen wurde Jan Martinides aus Grillov im Jahre 1787 zum Bürgermeister von Louny ernannt. Die neue Erneuerung im Jahre 1788 gab der Stadt einen neuen Bürgermeister, nämlich den Stadtbürger Ferdinand Leopold Pletinger.
 
Nach dieser Übergangsperiode wurde in Louny des sog. Magistrat installiert, in dessen Spitze die sog. geprüften Bürgermeister (auch Primatoren genannt) ernannt wurden. Die wurden zwar immer noch eingesetzt, der Verwaltungsrat der Gemeinde wurde jedoch nicht mehr jedes Jahr abberufen und die Bürgermeister konnten das Amt ununterbrochen ein paar Jahre lang ausüben.
 

Lounyer Bürgermeister im Zeitraum 1788 – 1849

 
Václav Senft
stammte aus Krupka, das Bürgermeisteramt trat er am 24. September 1788 an; am 10. September 1789 legte er das Amt nieder, im Amt blieb er jedoch wahrscheinlich bis zum 21. November 1789.
 
Jan Martinides aus Grillov
trat das Amt am 2. Dezember 1789 an und amtierte bis zum Ende 1793.
 
Augustin Christ aus Goldberk
wurde Anfang 1794 ins Amt eingesetzt und amtierte bis zum Ende 1795, als er auf eigenes Ansuchen zurücktrat.
 
Václav Senft
wurde Ende 1795 wiederholt zum Bürgermeister ernannt; er trat am 22. Februar 1799 zurück.
 
František Filzbauer
belegte das Amt im Zeitraum 1800 – 12. November 1808.
 
Johann Flössl
wurde am 12. Februar ernannt, das Amt trat er jedoch erst Ende des Jahres an; er trat im Oktober 1830 zurück; am 31. Oktober beging er infolge einer Geisteserkrankung Selbstmord im Fluss Eger.
 
Josef Pihera
stammte aus Polička in Ostböhmen und trat das Amt am 18. August 1832 an; im Amt blieb er bis 1836, als er zum Bürgermeister in Polička ernannt wurde.
 
František Rudolf Grünwald
wurde 1836 ernannt und ersetzte Pihera im Amt; er amtierte bis Ende 1838.
 
JUDr. Jan Rafael Wladika
trat das Amt Anfang 1839 an und amtierte bis Hälfte September 1845, als er zum Gerichtsrichter in Südböhmen ernannt wurde.
 
JUDr. Matyáš Rudolf Křížek
wurde am 16. August 1845 zum Bürgermeister ernannt; er amtierte bis Ende 1848, als er zum Kreirichter ernannt wurde.
Er war der letzte angestellte Bürgermeister in Louny vor der Einführung der gewählten Selbstverwaltungen in den Gemeinden der Österreichisch-Ungarischen Monarchie (einstweiliges Gemeindegesetz im Rahmen des Kaiserpatents Nr. 170 des Reichsgesetzes  vom 17.3.1849); zusammen mit der Bezirkshauptmannschaft sicherte er die Einführung der neuen Administrative.
In der Übergangsperiode nach der Aufhebung des Josephsmagistrats bis zu den ersten Gemeindewahlen verwaltete der von 21 Stadtbürgern gebildete Verwaltungsausschuss  mit Jiří Jan Hauser, dem Besitzer des Hauses Zu drei Linden № 36 auf dem Markt, einstweilig die Stadt. Die ersten Wahlen in die Stadtvertretung fanden dann am 21. – 24. August 1850 statt.
 
 

Gewählte  Bürgermeister von Louny im Zeitraum 1750 – 1918

 
Josef Valter(1809-1887),
Gutsherr und Stadtbürger aus Louny, wurde am 24. August 1850 zum Bürgermeister gewählt; er amtierte bis Februar 1861, als es neue Wahlen in die Stadtvertretung gab.

MgPh Bedřich Sekera (1819-1869),
Apotheker aus Louny, stammte aus Mnichovo Hradiště; gewählt wurde er am 27. Februar 1861, am 12. Januar 1862 legte er jedoch aus gesundheitlichen Gründen das Amt nieder.
 
Adolf Kuchinka (1824-1870),
Stadtbürger aus Louny, amtierte nach Sekeras Rücktritt kurz als der sog. amtierende Gemeinderat; die Nachwahl am 13. April 1862 und die ordentliche Wahl am 21. August 1864 bestätigten ihn als Bürgermeister; weger angeblicher Personenbeleidigung trat er am 2. Juli 1866 zurück.
 
Jan Kostka (1803-1875),
Metzger und Stadtbürger aus Louny, wurde auf Grund der Nachwahl am 12. Juli 1866 zum Bürgermeister gewählt; die ordentlichen Wahlen am 17. August 1867 bestätigten seinen Bürgermeisterposten, die Zwistigkeiten im Stadtrat und folgende Interpellationen in der Vertretung bewegten ihn jedoch am 28. Oktober d.J. zum Rücktritt.
 
Alois Greif (1809-1874),
Gutsherr und Stadtbürger aus Louny, amtierte nach Kostkas Rücktritt kurz als der sog. amtierende Gemeinderat; die Nachwahl am 25. November 1867 und die ordentliche Wahl am 23. Januar 1868 bestätigten ihn als Bürgermeister; weger Zwistigkeiten mit der Stadtvertretung trat er bereits am 30. September d.J. zurück.
 
Antonín Vildmann (1830-1918),
Gutsherr und Stadtbürger aus Louny, Vertreter der Jungtschechen-Partei, trat das Amt nach Greifs Rücktritt auf Grund der Nachwahl vom 1. Oktober 1868 an. Die ordentlichen Wahlen in 1871 und 1874 bestätigten ihn im Amt. Laut Beschluss der Kreishauptmannschaft vom 20. Mai 1877 wurde die Stadtvertretung wegen der Überschreitung deren Kompetenzen aufgelöst; der Kreisrichter Bedřich Wagner stand dann als Vorsitzender der ernannten Verwaltungskomission bis zum Ende Januar 1878 an der Spitze der Stadt.
 
MUDr. Josef Frotzel (1845-1900),
stammte aus Louny, Arzt und später Gründer und erster Direktor des Gemeindekrankenhauses, wurde in den ordentlichen Wahlen am 10. Januar 1878 gewählt; infolge der immer wachsenden Klientelle seiner Ordination trat er am 5. Oktober 1881 zurück.
 
JUDr. Petr Pavel Hilbert (1834-1906),
Landesanwalt aus Pilsen, Vertreter der Freisinnigen-Partei, trat das Amt nach Frotzels Rücktritt auf Grund der Nachwahl vom 27. Oktober 1881 an und wurde in fünf folgenden Wahlen im Amt bestätigt, so dass er zu dem am längsten amtierenden Bürgermeister in der Geschichte der Lounyer Gemeindeverwaltung wurde. Unter Druck der sozialistischen Opposition in der Vertretung trat er am 1. Mai 1899 zurück.
 
JUDr. Valentin Stopka (1842-1915),
stammte aus Napajedla in Mähren und war sein ganzes Leben als Notar tätig; politisch verwandt mit Hilbert wurde er zu dessen ehrenwürdigem Nachfolger; zum Bürgermeister wurde er nach der Nachwahl vom 10. Mai 1889 ernannt, am 31. Juli 1903 trat er zurück.
 
JUDr. Jan Veltrubský aus Veltruby (1939-1911)
stammte aus dem alten böhmischen Adel aus Rakovnik, in Louny als Anwalt tätig; das Amt trat er nach Stopkas Rücktritt auf Grund der Nachwahl vom 13. August 1903 an und wurde in den folgenden Wahlen im Amt bestätigt; als einziger der Lounyer Bürgermeister starb er in der Funktion, und zwar am 26. August 1911 direkt im Rathaus.
 
Adolf Šaroch (1859-1924),
Stadtbürger aus Louny, Gewerbetreibende, amtierte nach dem Tode von Veltruský  kurz als der sog. amtierende Gemeinderat; die Nachwahl am 4. Juni 1912 bestätigte ihn als Bürgermeister; weger der gewichtigen Fehler in der Wirtschaft der Stadt wurde die Vertretung am 12. August 1913 aufgelöst und die Verwaltungskomission mit Vilém Günther an der Spitze gewählt; dieser verwaltete die Stadt während des 1. Weltkrieges lang. Šaroch kam in das Amt nie wieder zurück.
 
 

Gewählte  Bürgermeister von Louny im Zeitraum 1918 - 1940

František Kozel (1875-1932),
stammte aus Horní Ročov und war Architekt vom Beruf; er wurde am 2. Mai 1918 auf der konstituierenden Versammlung der in den Wahlen 1912 gewählten Stadtvertretern in seiner Abwesenheit gewählt; sein Amt übernahm er erst am 25. September 1918 nach seiner Rückkehr vom Militärdienst und amtierte vorübergehend, bis im Jahre 1919 ordentliche Wahlen ausgeschrieben wurden.
 
Josef Fousek (1875-1942),
stammte aus Donín und war Beamter der Tschechoslowakischen Bahn; langjähriger Vorsitzender der Nationalsozialistischen Partei in Louny; nachdem er in den ordentlichen Wahlen 1919 gewählt worden war, übernahm er das Bürgermeisteramt am 1. Oktober 1919; auf Grund der gewichtigen Fehler wurde er von seiner eigenen Partei gezwungen, am 19. April 1922 das Amt niederzulegen.
 
Eduard Fastr (*1877)
war Herausgeber und Verleger vom Beruf und stammte aus Kutná Hora; Mitglied der Nationalsozialistischen Partei; zum Bürgermeister wurde er einstweilig am 2. Mai 1922 gewählt, im Oktober 1923 trat er zurück.
 
Josef Rybka (1875-1949),
stammte aus Toušeň und war Lehrer am hiesigen Gymnasium und später Schulinspektor; Mitglied der Nationalsozialistischen Partei; das Amt trat er nach Fasters Rücktritt auf Grund der Nachwahl vom 4 . Oktober 1923 an; nachdem er zum Direktor eines Gymnasiums in Praha versetzt wurde, trat er am 17. August 1925 zurück.
 
Josef Fousek (1875-1942)
wurde zum Bürgermeister als Vertreter der in den Wahlen im September 1925 siegreichen Nationalsozialistischen Partei, am 8. November 1926 wurde jedoch die Stadtvertretung vom Amt wegen aufgelöst; Fousek leitete dann die am 29. Oktober 1926 ernannte Verwaltungskomission, bis im Frühling 1927 neue Wahlen ausgeschrieben wurden; in diesen Wahlen am 5. April wurde er zum Amt gewählt und erneut dann noch in den Jahren 1931 und 1938; unter Druck der Protektoratbehörden und wegen der Gesundheitsbeschwerden kündigte er im Herbst 1940 seinen Rücktritt, der jedoch erst am 4. Dezember von der Behörde bestätigt wurde; die Vertretung wurde kurz darauf, am 31. Dezember 1940, aufgelöst und durch die Verwaltungskomission mit dem ehemaligen Ratsherrn František Liehne ersetzt; nach der dreimonatlichen Tätigkeit wurde die Komission am 1. April 1940 aufgehoben und JUDr. Heinz Rochlitzer wurde als Regierungskommissar an die Spitze der Stadtverwaltung ernannt (am 4. Mai 1945 wird er dann verhaftet und in Louny vor Gericht gestellt); Josef Fousek wurde im Jahre 1942 angezeigt, von der Gestapo verhaftet und zum Tode gemartet oder hingerichtet.

Die Vorsitzenden der Nationalausschüsse im Zeitraum 1945 – 1990

Auf Grund des Dekrets des Präsidenten Beneš und späterer Gesetze wurden die von der Kommunistischen Partei gewählten und kontrollierten  Nationalausschüsse zu der Verwaltungsorganen der Stadt; an deren Spitze standen folgende Vorsitzende:
 
Jaroslav Süssmilich wurde am 5. mai 1945 auf der Sitzung des kommunalen Nationalausschusses in der Gaststätte U Somolů gewählt; er amtierte bis zum Mai 1946.
 
Jindřich Moravec, Amtsperiode 18.12.1948 – 16.7.1952
Vlastimil Nedvěd, Amtsperiode 17.7.1952 – 12.11.1953
Bohuslav Macek, Amtsperiode 13.11.1953 – Februar 1963
Svatopluk Hejzl, Amtsperiode Februar 1963 – 9.12.1971
Jaroslav Dudjak, Amtsperiode 10.12.1971 – 8.11.1976
JUDr. Vladimír Drápal, Amtsperiode 9.11.1976 – 27.9.1987
JUDr. Miroslav Zrůst, Amtsperiode 28.9.1987 – abberufen am 28.2.1990
Ing. Emil Volkmann, in Amt eingesetzt am 1.3.1990 – 2.12.1990

 Lounyer Bürgermeister nach 1990

Ing. Emil Volkmann (*1938)
stammt aus Jimlín, Elektrotechniker vom Beruf, Mitglied der Bürgerlich-Demokratischen Partei; zum Bürgermeister gewählt laut dem neuen Gemeindegesetz am 3.12.1990 und in den ordentlichen Wahlen für die Wahlperioden 1994 – 1998 und 1998 – 1992 bestätigt; während seinem Amtsdienst wurde der Spruch „Louny – die Perle an dem Fluss Ohře“ geboren.
 
Ing. Jan Kerner (*1964)
stammt aus Most, Maschinenbauingenieur vom Beruf, Mitglied der Bürgerlich-Demokratischen Partei; zum Bürgermeister gewählt am 11.11.2002.
18.11.2016 16:04:36 | gelesen 448x | Romana Lencova

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